• Dominique Pipal

Ist Sport-Mentaltraining nur etwas für Spitzensportler?

Aktualisiert: 11. Okt 2019

Hast du auch manchmal Angst vor Sieg oder Niederlage? Kennst du den Eisenfuß beim Elfmeter? Bist du Trainingsweltmeister*in oder vermeidest du (große) Wettkämpfe überhaupt? Nimmst du hin und wieder zuviel Risiko, kannst dich nicht motivieren oder deine Konzentration bricht weg?

All das kennen natürlich auch Spitzensportler*innen. Kaum ein Athlet, der nicht irgendwann mal in der Karriere mit mentalen Hindernissen wie negativen Selbstgesprächen zu kämpfen hatte, kaum eine Sportlerin, die nicht hin und wieder mit sich hadert.


Der Unterschied im subjektiven Erleben zwischen unterschiedlichen Leistungsniveaus ist kaum vorhanden. Die äußeren Einflussfaktoren mögen manchmal darüber hinwegtäuschen, denn der leistungsorientierte Freizeitsportler wird wohl nie vor mehreren tausend Menschen auftreten und ist meistens auch nicht von Sponsoren oder Gewinnprämien abhängig. Und trotzdem kann die ambitionierte Tennisspielerin im Finale der Vereinsmeisterschaften plötzlich das Gefühl bekommen, wenn sie diese Partie noch verliert, wird sie nie wieder einen Fuß auf einen Tennisplatz setzen.


Was machen Profis (hoffentlich)?

Allerdings haben Berufssportler*innen ein entsprechendes Betreuerteam, mit dem sie betreffend ihrer diversen Hindernisse und Probleme in Austausch treten können. Immer öfter befindet sich darunter auch ein Mentalcoach, eine Sportpsychologin oder ein Vertauenstrainer, der psychologisch geschult ist, um mit konstruktiven Interventionen und Übungen die Athlet*innen zu unterstützen.


Was machen engagierte Athlet*innen auf Nicht-Profiebene, um derartige Hürden zu überwinden?

Die meisten trainieren noch mehr Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft oder arbeiten vermehrt an ihrer Technik und Taktik. Das ist natürlich auch gut so und kann manchmal auch bei mentalen Problemen helfen. Ganz klar, wer mehr trainiert, verbessert sich in der Regel, wird wohl auch sicherer in seinem Tun und kann dies im Idealfall auch im Wettkampf umsetzen.

Allerdings gelingt das bei weitem auf diesem Wege aus verschieden Gründen nicht, weil man zum Beispiel nicht noch mehr Zeit und Energie ins Konditionstraining investieren kann, weil die Technik im Training ohnehin fast perfekt ist, oder einfach weil trotz des großen Trainingsumfangs, die mentalen Hindernisse die gleichen bleiben.


Was könnte Mentaltraining nun leisten?

Ein entsprechendes Training bzw. Coaching kann den Sportler bzw. die Athletin dabei unterstützen, die vorhandenen technischen, taktischen und physischen Fähigkeiten im Wettkampf möglichst zu 100 % umzusetzen.


Die schlechte Nachricht!

Auch Mentaltraining oder sportpsychologisches Coaching ist kein Wundermittel. Damit es den entsprechenden Erfolg bringt, braucht es zunächst die Lernbereitschaft und Neugier, sich damit auseinanderzusetzen und dann Übung, Übung, Übung!!!

Allerdings!

Wieviel hast du bereits in Technik- oder Kondi-Training investiert? Und wieviel in Mentaltraining?


Deshalb hier nochmal die Titelfrage anders formuliert "Kann Mentaltraining auch für engagierte Nichtprofi-Sportler*innen Sinn machen? Beantworte die Frage für dich selbst.



Hier noch ein paar mögliche Ansätze aus dem sportpsychologischen Repertoire:

•Zielsetzungstraining

•Achtsamkeit und Körperwahrnehmung

•Aktivierung

•Entspannung

•Körperhaltung

•Emotionsregulierung

•Gedankenkontrolle und Selbstgesprächssteuerung

•Aufmerksamkeitssteuerung

•Visualisierung


"Sportlicher Wettkampf ist das Ausprobieren von Gelingen und Scheitern unter klar reglementierten Bedingungen, im sonstigen Leben ist das nicht immer so." Dominique Pipal


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​© 2019 by Dominique Pipal

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